Strecke verlangt Fahrern alles ab

veröffentlicht am 10. Oktober 2017 09:34 Uhr

Reichenbach - Eines steht für Stephan Mende fest: „Ich bleibe glaube ich bei der Straße“, sagte der gebürtige Reichenbacher am Samstagnachmittag. Normalerweise ist er für das Triathlon Team Vogtland in eben jener Disziplin oder bei klassischen Rennradwettkämpfen dabei. Die erste Auflage eines Querfeldein-Rennens in seiner Heimatstadt wollte er sich aber nicht entgehen lassen.

Auf dem etwa zwei Kilometer langen Kurs durch den Park der Generationen wurden ihm und den anderen 44 Fahrern vor allem technisch alles abverlangt. Kurz nach dem Start am Gebäude der Vogtland-Philharmonie sprang ein Großteil gleich wieder vom Rad – den fahrbaren Untersatz durch die Sandgrube zu tragen, erschien ihnen die schnellere Variante. Über die Wiese berghoch und runter, über Holzhindernisse, durch einen Lkw und über die Fußbrücke zur Burgstraße führte der Kurs, ehe die Fahrer an der Blumengasse zurück in den Park kamen. „Es war schon eine der schwereren Strecken, gerade der Sand hat das Feld auseinandergezogen“, sagte Andreas Lumme, der wie Mende zum Triathlon Team Vogtland gehört. Gemeinsam waren beide im Sommer bei der Transalp gestartet, im Crossbereich startet Lumme im Herbst und Winter regelmäßig bei solchen Rennen. In Reichenbach musste er sich jedoch nach eigener Aussage auf einen anderen Modus einstellen.

Nach der Qualifikation am Vormittag, wo jeder Fahrer allein auf der Strecke unterwegs war, ging es anschließend in Viererrennen darum, als Erster oder Zweiter in die nächste Runde einzuziehen. Dieser Kampf Mann gegen Mann sorgte gerade im Finale für viel Spannung. Mit Markus Werner – in diesem Jahr zweifacher Deutscher Meister im Mountainbike-Marathon und -Crosscountry – lag der Lokalmatador vom ausrichtenden Vogtland-Bike-Verein zunächst vorn. „Ich bin als Zweiter in den letzten Anstieg. Markus war so 40 Meter vor mir. Ich wusste, dass ich noch mal richtig drauf treten kann und habe versucht, mich ran zu saugen“, erzählte Toni Bretschneider im Ziel. Der Plan ging auf, am Ende lag der Sportler vom RSV Hoebike vor Werner und Florian Anderle vom RSV Stadtilm. Markus Werner konnte mit Rang 2 sehr gut leben: „Ich habe vorher mit dem Mountainbike meine letzten sieben Rennen jeweils gewonnen. Die Saison war einfach der Wahnsinn.“

Sehr zufrieden zeigten sich die Ausrichter um Vogtland-Bike-Vereinschef Derrick Schönfelder mit der Premiere. „Das Feedback der Fahrer und auch von der Stadt war überragend. Ich habe nicht eine negative Stimme gehört“, so Schönfelder. Nicht nur das Querfeldeinrennen brachten die Organisatoren ohne Probleme über die Bühne, bereits am Freitagabend hatten 15 Dreierteams beim Firmenrennen um den Sieg gekämpft. Der ging erneut an Pro Bike Oelsnitz mit Frieder Jäckel, Sascha Gropp und Samuel Schmidt. Sie lagen nach 60 Minuten eine Runde vor den Fantastischen Drei aus Plauen (Marco Hauffe, Gerd Stöhr, Philipp Wolf). Beim Kinderrennen am Samstagnachmittag starteten außerdem 38 Mädchen und Jungen in vier Altersklassen.

Text: Anika Heber (Freie Presse, 9.10.2017)

 

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